Gemeinsame Ziele sorgen für neuen Schwung

Wieso soll ich mir Ziele setzen? Es kommt ja doch immer anders als man es geplant hat! Das stimmt in vielen Fällen, dennoch ist unsere dringende Empfehlung, mit Zielen zu arbeiten. Ziele motivieren uns, geben unserer Arbeit und unserem Leben eine übergeordnete Richtung, sie setzen Energien in uns frei und machen uns unterm Strich erfolgreicher. Ihr dürft nur nicht erwarten, dass Ihr jedes Mal eine Punktlandung macht. Jede Planung impliziert die Abweichung, sagen die Strategen. Aber ohne Ziele merke ich gar nicht, dass ich vom Plan abgewichen bin.

Worauf solltet Ihr bei der Arbeit mit Zielen achten?

  1. Ein Ziel sollte immer ein Annäherungsziel sein, also etwas, was ich erreichen möchte und was ich positiv formulieren kann.
  2. Auf keinen Fall solltet Ihr euch Vermeidungsziele setzen, zum Beispiel: „Ich will nicht mehr rauchen!“ Euer Unterbewusstsein kann mit Verneinungen nicht umgehen, es hört nur: „Ich will mehr rauchen!“
  3. Ziele sollten immer aus eigner Kraft, ohne Hilfe und Wohlwollen anderer erreichbar sein. Also nicht so bescheiden, dass wir uns nicht anstrengen müssen, aber nicht so groß, dass wir uns überfordern.
  4. Unsere Ziele sollen einen positiven Impuls in uns auslösen und keinen Widerwillen, wir sollten ihnen emotional zustimmen können.

Wir unterscheiden Lebensziele, strategische Ziele und kurzfristige Ziele. Eure Lebensziele sind eine höchstpersönliche Angelegenheit. Was wollt Ihr erreichen, privat für Euch selbst, in der Familie und beruflich? Strategische Ziele haben einen Zeithorizont von fünf bis zehn Jahren. Wir arbeiten in unseren Seminaren immer mit einem 10-Jahres-Zeitraum. Dabei ist es uns besonders wichtig, dass Eure privaten und geschäftlichen Ziele harmonieren und nicht etwa gegensätzlich sind. Und dass nicht nur der Verstand, sondern auch das Herz zu den Zielen ‚ja‘ sagen kann. Mit viel Selbstdisziplin könnt ihr auch Ziele verfolgen, die nur Eure Ratio für richtig hält und die Ihr unterbewusst ablehnt. Das könnt Ihr aber nicht lange durchhalten. Natürlich sollen Ziele uns auch fordern, aber in Maßen. Es ist gut, unsere Komfortzone zu verlassen, um etwas zu erreichen. Nur daran können wir wachsen. Aber Herz und Verstand müssen beide einverstanden sein. Selbstregulierung statt Selbstdisziplin ist die Richtung. Alles andere kostet zu viel Energie und führt zu Unzufriedenheit.

Im Seminar setzen wir dabei auf Visioning, eine Methodik, die das Unterbewusstsein einbezieht und auf die Psychosynthese, einer Art Motivationspsychologie. Beide Methoden tragen der Tatsache Rechnung, dass bewusste Verstandesentscheidungen nur einen kleinen Teil unserer Selbstprogrammierung ausmachen. Der weitaus größte Teil geschieht vom Großhirn unbemerkt in nicht bewusst steuerbaren Regionen unserer Persönlichkeit. Auf einem Schiff würde man sagen ‚unter Deck‘, ohne dass der Kapitän auf der Brücke das mitbekommt. Warum berücksichtigen wir das? Weil Ziele uns nur dann beflügeln, wenn alle drei, Verstand, Emotion und Körper voller Überzeugung zuzustimmen können. Dann könnt Eure ganze Kraft gemeinsam auf diese positive Suggestion richten.

Das ist das Geheimnis des Erfolges. Zum Schluss habt Ihr ein klares positives Zukunftsbild und wisst, wo die Reise privat und in der Firma hingehen soll. Und das beste: Ihr habt es beide für Euch persönlich entwickelt und anschließend miteinander abgestimmt. Dann habt Ihr eine gemeinsame Vision, die jeden Eurer Schritte in die richtige Richtung lenken kann.

Wenn Ihr dieses gemeinsame Zukunftsbild vor Augen habt, stellt sich schnell die Frage, was Ihr benötigt, um diese Vision in zehn Jahren Wirklichkeit werden zu lassen. Da geht es um die richtigen Schritte, um private Weichenstellungen, um betriebliche Ressourcen, die richtigen Mitarbeiter, um Technologien und Finanzen. Das werdet Ihr dann in Jahresziele übersetzen, die Ihr gemeinsam verfolgt. In dem Zusammenhang geht es auch um die Frage, welche Werte Ihr privat und in der Firma leben wollt und wie man die Mitarbeiter in diesen Prozess einbinden kann.

Dazu mehr in den Artikeln Welche Werte sind Euch wichtig?‘ und Sinn und Unsinn eines Unternehmensleitbildes.

Die Geschichte vom Esel, dem Vater und dem Sohn

Ein Vater zog mit seinem Sohn und mit einem Esel in der Mittagsglut durch die staubigen Gassen von Keshan. Der Vater saß auf dem Esel, den der Junge führte. „Der arme Junge“, sagte da ein Vorübergehender. „Seine kurzen Beinchen versuchen mit dem Tempo des Esels Schritt zu halten. Wie kann man so faul auf dem Esel herumsitzen, wenn man sieht, dass das kleine Kind sich müde läuft?“ Der Vater nahm sich dies zu Herzen, stieg hinter der nächsten Ecke ab und ließ den Jungen aufsitzen.

Gar nicht lange dauerte es, da erhob schon wieder ein Vorübergehender die Stimme: „So eine Unverschämtheit. Sitzt doch der kleine Bengel wie ein Sultan auf dem Esel, während sein armer, alter Vater nebenherläuft.“ Dies schmerzte den Jungen, und er bat den Vater, sich hinter ihn auf den Esel zu setzen. „Hat man so etwas schon gesehen?“ keifte eine verschleierte Frau. „Solche Tierquälerei! Dem armen Esel hängt der Rücken durch, und der alte und der junge Nichtsnutz ruhen sich auf ihm aus, als wäre er ein Diwan, die arme Kreatur!“

Die Gescholtenen schauten sich an und stiegen beide, ohne ein Wort zu sagen, vom Esel herunter. Kaum waren sie wenige Schritte neben dem Tier hergegangen, machte sich ein Fremder über sie lustig: „So dumm möchte ich nicht sein. Wozu führe ich denn den Esel spazieren, wenn er nichts leistet, euch keinen Nutzen bringt und noch nicht einmal einen von euch trägt?“ Der Vater schob dem Esel eine Handvoll Stroh ins Maul und legte seine Hand auf die Schulter seines Sohnes. „Gleichgültig, was wir machen“, sagte er, „es findet sich doch jemand, der damit nicht einverstanden ist. Ich glaube, wir müssen selbst wissen, was wir für richtig halten.“

Frei nach: Nasreddin Hodscha 666 wahre Geschichten.
Hrsg: Ulrich Marzolph, München, 1996, S. 196f.

Welche Werte sind Euch wichtig?

Das ist eine ganz entscheidende Frage. Einfach ist das noch bei allgemein akzeptierten Tugenden wie ‚Pünktlichkeit‘ oder ‚Ordnung‘. Wenn Pünktlichkeit in Eurem Leben und in Eurer Firma ein Wert ist, dann werdet Ihr Euch auch einig sein, wie man auf den ständig zu spät kommenden Azubi reagiert. Das gleiche gälte für die Mitarbeiterin, die Schere und Geschenkpapier einfach im Besprechungsraum liegen lässt, nachdem sie ein Geburtstagsgeschenk verpackt hat. Oft sind Respekt, Zuverlässigkeit, Kreativität oder Selbstbestimmung Werte, die als wichtig angesehen werden und wo man darüber sprechen muss, was sie in der Praxis bedeuten. Sind Offenheit und ein ehrlicher Umgang miteinander Werte, die in der Firma gelebt werden sollen, dann darf einem Mitarbeiter aus seiner Offenheit natürlich auch kein Nachteil entstehen. Sagt Euch eine Gesellin, dass sie plant, im nächsten Jahr ein Kind zu bekommen, müsste man das positiv sehen, einplanen und darüber sprechen, wann sie wieder mitarbeiten möchte. Zu kündigen oder eine versprochene Gehaltserhöhung zu verweigern, scheiden dann absolut aus.

Zur Arbeit mit Werten könntet Ihr die Werteliste nutzen, die hier zum Download bereitsteht. Sie enthält über 100 Werte zur Auswahl und zur Diskussion. Egal, ob zunächst unter Euch beiden als Führungs-Duo oder direkt mit den Mitarbeitern. Legt fest, welche z. B. zehn Werte für jeden von Euch die wichtigsten sind. Diskutiert darüber und tauscht Euch aus, warum Euch diese Werte wichtig sind. So erfahrt Ihr eine Menge übereinander und entwickelt einen Werte-Kanon, den alle mittragen. Wir arbeiten gern mit dem Wertespiel von Metalog, das es ermöglicht, in einer ganz lockeren Art und Weise herauszuarbeiten, welche Werte für Euch wichtig sind. Ähnlich wie bei Monopoly zieht jeder eine Wertekarte und tauscht sich mit den anderen aus oder lässt den Wert, den er gerade beschreibt erraten.

Über einen solchen Wertekanon einigt Ihr Euch und habt damit Eure gemeinsame Wertelandschaft. Ihr werdet übrigens sehen, dass die Werte in Privatleben und Geschäftsleben sich kaum unterscheiden. Mit diesem Wertekatalog legt Ihr fest, wie Ihr miteinander, mit den Mitarbeitern, mit Kunden und Lieferanten umgehen wollt. Richtig wirksam wird Euer Wertekanon erst, wenn Ihr die Werte auch mit Euren Mitarbeitern teilt. Und das führt uns zu der Frage, wie man Mitarbeiter in diesen Prozess einbeziehen kann und damit sind wir beim Stichwort Unternehmensleitbild.

Sinn und Unsinn eines Unternehmensleitbildes

In unseren Büchern, den Vorträgen und im Seminar haben Vision, Ziele und Werte einen hohen Stellenwert. Es geht dabei nicht nur um Euch als Unternehmerpaar, sondern um die ganze Firma, um jeden einzelnen Mitarbeiter. Wir wissen, dass Mitarbeiterloyalität ganz entscheidend über die emotionale Identifikation mit der Firma entsteht. Denn jeder braucht einen Sinn in dem, was er tut oder was er tun soll. Diesen Sinn positiv zu vermitteln, das ist die Aufgabe eines Unternehmensleitbildes. Und damit ist auch klar, dass man ein solches Leitbild nicht einfach zu zweit aufschreiben kann, um den Mitarbeitern dann mitzuteilen, was drinsteht. Nicht selten findet man in Firmen Bilderrahmen mit dem Unternehmensleitbild irgendwo im Foyer, aber niemand kümmert sich darum, niemand lebt es vor oder achtet darauf, dass nach den dort niedergeschriebenen Werten täglich gehandelt wird. Dann ist das Unternehmensleitbild unsinnig oder, wie man auch sagen könnte, „für die Katz“.

Wie könnt Ihr das besser machen? Das geht nur über Teilhabe, will sagen durch die Einbindung der Mitarbeiter in den Prozess der Leitbildentwicklung. So wie Ihr für Euch ein positives Zukunftsbild gezeichnet habt, sollten das auch die Mitarbeiter tun. In kleinen Teams alle, in größeren Organisationen fängt man mit den Führungskräften an. Im Team sprecht Ihr über die verschiedenen Zukunftsbilder und prüft, ob sie miteinander und mit dem Zukunftsbild des Unternehmerpaares kompatibel sind. Das ist übrigens meistens der Fall. Oft entsteht auf diese Weise auch bei den Mitarbeitern eine Vorfreude auf die Zukunft in ‚ihrer‘ Firma. Das gleiche gilt für das Thema Werte. Der Austausch im Team darüber, wem welche Werte wichtig sind, ist ein entscheidender Schritt zum Unternehmensleitbild. Jeder Mitarbeiter, der dort ‚seine‘ Werte wiederfindet, identifiziert sich mit dem Leitbild und so auch mit der Firma. Alle sollten zum Schluss mit Spaß und Freude an der Zukunft der Firma mitarbeiten. Und dafür benötigt Ihr diese gemeinsame Vision, wie schon Antoine de Saint-Exupery sagte: „Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“

Wir hören in unseren Seminaren und Gesprächen immer wieder, wie schwer es ist, gute Mitarbeiter zu finden und zu halten. Mit Chefs, die eine klare Vorstellung von der Zukunft haben und die ihre Mitarbeiter in diese Strategie einweihen und einbeziehen, wächst die Zufriedenheit. Jeder weiß, worauf er hinarbeitet und was von ihm erwartet wird. Das gibt Sinn und motiviert garantiert. Und motivierte Mitarbeiter, die sich mit dem Unternehmen und seinen Zielen identifizieren, sind nicht nur loyaler, sondern nachweislich auch deutlich weniger krank.

Mit Eurem Unternehmensleitbild haltet Ihr Kurs bei jeder Alltagsentscheidung. Ein neuer Mitarbeiter soll das Team verstärken, welche Fähigkeiten und welches Verhalten erwarten wir? Welche Investition bekommt die erste Priorität? Was von unserer Dienstleistungs- bzw.  Produktpalette bleibt, fällt weg, wird ausgeweitet? Ihr merkt schon: Wenn Ihr Eure langfristigen Ziele klar vor Augen habt, ist es deutlich einfacher, in jeder konkreten Situation zielgerichtet zu entscheiden.

Wie Ihr diese Vision konkret erarbeitet, ist Bestandteil unseres Workshops „Zukunftsimpulse für Unternehmerpaare“ oder unseres individuellen Coachings.

unternehmensWert:Mensch | bis zu 80% staatliche Förderung

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales fördert mit seinem Programm unternehmensWert:Mensch Beratungen rund um das Personalwesen, auch die professionelle Unterstützung bei der Erarbeitung einer gemeinsamen Vision und eines Unternehmensleitbildes. Wer ein Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern führt, kann für eine solche Beratung Fördermittel erhalten, und zwar 80 Prozent der Kosten von maximal zehn Beratungstagen à 1.000 Euro. Das sind immerhin 8.000 Euro. Mehr dazu findet Ihr hier. Oder einfach anrufen: 0170 5629277 (Helmut Becker)

Streit ist der erste Schritt zur Versöhnung

Es passiert immer mal wieder. Wir streiten uns. Mal, weil es um die Firma geht, zum Beispiel um die Planung von Terminen (wenn Marianne wegen eines Seminartermins ihre Herbst-Wallfahrt absagen muss), mal um die Frage, ob wir diese oder jene Einladung annehmen oder nicht. Heutzutage finden wir schnell wieder zueinander und es ist jedem von uns möglich den ersten Schritt zu machen. Früher war das schwieriger und es passierte auch, dass wir in der Firma deutlich zeigten, dass der Haussegen schief hängt.

Doch Vorsicht! Das ist nicht gut. Die Mitarbeitenden tuscheln und auch Kunden haben für Missstimmung zwischen Chef und Chefin ein feines Näschen. Deshalb versucht, folgende Vorschläge zu prüfen:

Streit zuhause, wegen was auch immer, bleibt auch dort. Im Betrieb wird miteinander kommuniziert und zwar sachlich und höflich. Niemand sollte etwas merken. Macht Euch klar, dass die Auseinandersetzung daheim nichts mit der Firma zu tun hat. Vielleicht solltet Ihr an diesem Tag nicht unbedingt Eure wöchentliche Rücksprache machen, sondern die auf den nächsten Tag verschieben. Denn so viel Vernunft und Selbstbeherrschung ist manchmal nur schwer aufzubringen.

Bei Streit im Büro – über Mitarbeiter, einen Fehler, eine Reklamation, eine fehlende Information usw. – gilt das gleiche. Am besten ist es, die Meinungsverschiedenheit sofort auszuräumen und gemeinsam eine Lösung zu finden. Und: Nicht nachtragend sein! Das macht nur das eigene Herz schwer. Gut ist es auch, wenn es beiden gelingt, sich beim anderen zu entschuldigen. Dabei kommt es nicht darauf an, ob jemand wirklich Schuld ist oder hat oder wer angefangen hat. Bei einem Streit verlassen beide Beteiligten mehr oder weniger die üblichen guten Umgangsformen. Ganz gleich, wem das „Es tut mir leid“ leichter fällt. Der andere wird gerne darauf eingehen und sein „Mir auch!“ anschließen.

Lässt sich der Streit definitiv nicht beenden, verlangt es Größe diesen zuhause nicht fortzusetzen. Das gemeinsame Abendbrot sollte jedenfalls nicht ausfallen, weil einer noch beleidigt ist. Und die anderen Familienmitglieder bitte auf keinen Fall mit einbeziehen. Weder die eigenen Eltern oder Schwiegereltern, wenn sie mit im Haus wohnen, erst recht nicht die Kinder. Denn Kinder lieben beide Elternteile, wollen nicht Partei ergreifen und brauchen das Gefühl von Sicherheit.

Manchmal braucht es zum Beenden eines langen Streits Hilfe von außen. Wie in unserer kleinen Geschichte überVergeben und Versöhnen.

Eine Geschichte über Vergeben und Versöhnen

Ein Vater und sein Sohn lebten friedlich und in völliger Eintracht von dem Ertrag ihrer Felder und Herden. Sie arbeiteten miteinander und teilten einvernehmlich, was sie ernteten. Dann fing alles durch ein kleines Missverständnis an. Danach kam es zu gegenseitigen Vorwürfen. Eine immer größer werdende Kluft bildete sich zwischen ihnen, bis es zu einem heftigen Streit kam. Fortan mieden sie jeglichen Kontakt und keiner sprach mehr ein Wort mit dem anderen.

Eines Tages klopfte es an der Tür des Sohnes. Es war ein Mann, der Arbeit suchte. „Kann ich vielleicht einige Reparaturen bei Ihnen durchführen?“ „Ich hätte schon Arbeit für dich“, antwortete der Sohn. „Auf der anderen Seite des Baches ist das Haus meines Vaters. Vor einiger Zeit hat er mich schwer beleidigt. Ich will ihm beweisen, dass ich auch ohne ihn leben kann. Hinter meinem Grundstück steht eine alte Ruine und da findest du einen großen Haufen Steine. Damit sollst du eine zwei Meter hohe Mauer vor meinem Haus errichten. So bin ich sicher, dass ich meinen Vater nicht mehr sehen werde.“

„Ich habe verstanden“, antwortete der Mann. Dann ging der Sohn für eine Woche auf Reisen. Als er wieder nach Hause kam, war der Mann mit seiner Arbeit fertig. Welch eine Überraschung für den Sohn! So was hatte er nicht erwartet. Denn statt einer Mauer hatte er eine wunderschöne Brücke gebaut.

Da kam auch schon der Vater aus seinem Haus, lief über die Brücke und nahm seinen Sohn in die Arme. „Was du da getan hast, ist einfach wunderbar! Eine Brücke bauen lassen, wo ich dich doch schwer beleidigt hatte! Ich bin stolz auf dich und bitte dich um Verzeihung.“ Während Vater und Sohn Versöhnung feierten, räumte der Mann sein Werkzeug auf und schickte sich an, weiter zu ziehen. „Nein, bleib doch bei uns, denn hier ist Arbeit für dich“, sagten sie ihm. Der Mann aber antwortete: „Gerne würde ich bei euch bleiben, aber ich habe noch anderswo viele Brücken zu bauen …“
(Quelle unbekannt)

Kennt Ihr die „Stille Stunde“?

Dieser Begriff kommt aus dem Zeitmanagement. Was steckt dahinter? Nun ganz einfach die Idee, sich jeden Tag eine bestimmte Zeit (30 bis 60 Minuten) zu gönnen, in der nichts und niemand einen stört. Jeder von uns kennt das: Man möchte an etwas arbeiten, was wirklich hohe Konzentration benötigt, aber immer macht ein Störfaktor das zunichte – das Telefon, der Mitarbeitende mit einer Frage, die neue E-Mail usw. Nachgewiesenermaßen ist es so, dass jeder nach einer Störung viel Zeit braucht, um wieder da anzusetzen, wo er unterbrochen wurde.

Wenn Ihr Euch aber zum Beispiel 1-2 Mal pro Woche diese Zeit nehmt, lassen sich darin wichtige Dinge ungestört und damit schneller erledigen. Die Produktivität steigt. Probiert es mal aus. Aber nicht einfach für sich beschließen, sondern gut vorbereiten: die Mitarbeiter informieren, das Telefon während dieser Zeit umleiten und vielleicht die Mailbenachrichtigung abschalten (was grundsätzlich sinnvoll ist). Ihr werdet sehen, wieviel effektiver Ihr in dieser Zeit sein könnt. Macht die Türe zu, zeigt durch eine nette Botschaft, dass ihr zurzeit ungestört sein wollt und startet die effektivste Phase Eures Tages. Die „Bitte nicht stören“-Schildchen einfach farbig ausdrucken und außen an die Türklinke hängen – wie im Hotel!

Im privaten Bereich lässt sich das auch einrichten. Ob ihr es dort „Stille Stunde“ oder „Mama-Zeit“ und „Papa-Zeit“ nennt, ist gleich. Aber den anderen Familienangehörigen klarmachen, dass die jetzt kommende Stunde nur Euch ganz alleine gehört, ist wichtig und hilfreich. Bei kleineren Kindern sollte dann natürlich immer der andere Elternteil ansprechbar sein. Probiert es mal aus. Es ist hilfreich für die Balance von „Ich & Du und die Firma“. Wir haben es getestet!

Private Termine und geschäftliche Termine

„Da musst Du meinen Eventmanager fragen“, ist eine beliebte Antwort, die Helmut gibt, wenn Freunde und Bekannte sich mit uns verabreden wollen und dazu ihn ansprechen. Was er damit sagen will ist, dass bei uns eine klare Regel besagt, dass Marianne der Chef der privaten Termine ist. Und das hat sich bewährt!

Wer von Euch beiden das übernimmt ist gleich, aber es sollte möglichst einen geben, der sich drum kümmert und die Fäden in der Hand behält. Erfahrungsgemäß sind es überall die Frauen, die im Privatbereich die Führungsrolle innehaben. Alle privaten Termine stehen übrigens auch in unserem gemeinsamen Kalender. Dazu nutzen wir auch Outlook. Das ist deshalb prima, weil dort alle unsere Firmentermine stehen und es so zu keinen Überschneidungen kommen kann. Außerdem kann jeder sehen kann, was beim anderen los ist. Da finden wir auch unsere gemeinsamen Termine, also unsere Seminare, Vorträge, Coachings usw. Mit einer anderen Farbe (unter Kategorie wählbar) tragen wir alle Termine wie Sport, Kultur, private Treffen mit anderen Menschen usw. ein. Habt Ihr Kinder, sind dort auch die Termine für Ballett oder Sport, Elternabend oder Nachhilfe super untergebracht. Unsere Online-Kalender haben wir über Smartphone auch immer dabei. Trotzdem gibt es ganz altmodisch in der Küche noch einen Kalender mit allen privaten Terminen für den schnellen Überblick.

Wenn Ihr Lust habt, dann lasst uns auch gerne wissen wie Ihr das mit Euren Abstimmungen macht, o.k.? Gebt einfach unten einen Kommentar ab!