Ist Strategie nur was für DAX-Konzerne?

Ist Strategie nur was für DAX-Konzerne?

Ein gestandener Handwerksmeister, der einen Betrieb mit über 20 Mitarbeitern führt, antwortete uns letztlich auf die Frage nach seiner Strategie: „Strategie? Dafür haben wir gar keine Zeit. Es ist so viel zu tun, die Bürokratie frisst uns auf und die Personalsituation wird auch nicht besser. Der Laden läuft doch seit Jahren, wozu dann eine Strategie?“ Das klingt erst einmal umwerfend logisch. Es gibt aber immer wieder Beispiele von Unternehmen, die genau mit dieser Grundhaltung Schiffbruch erlitten haben. Warum?

Weil die Zeit nicht still steht. Techniken und Prozesse, Gesetze und Vorschriften, Kundenbedürfnisse und Erwartungen der Mitarbeiter wandeln sich in immer kürzeren Intervallen. So ändern sich ständig die Märkte und die Rahmenbedingungen für Firmen und ganze Branchen. Es gilt also, wachsam zu sein!

Anton Schlecker scheiterte zum Schluss, weil er die veränderten Kundenbedürfnisse nicht erkannt hat. Praktiker hat sich mit seiner dogmatisch durchgehaltenen Rabattstrategie in die Insolvenz manövriert. Nokia ruinierte seine Handysparte, weil man die Vorteile des Touchscreens nicht gesehen hat. Aber nicht nur die Großen sind betroffen. Der Einzelhandel ist mit der Online-Konkurrenz konfrontiert, weil der Kunde bequem und das Internet jederzeit verfügbar ist. Die Digitalisierung krempelt das Handwerk und die Landwirtschaft um. Wer sich rechtzeitig umstellt, kann zu den Gewinnern gehören. Wie Händler, die stationären Handel und Online-Shop geschickt verknüpfen, wie die Paketdienste, wie Flyeralarm, die Internetplattform für Druckerzeugnisse oder wie die Zeitungen, die ihre Online-Ausgaben erfolgreich vermarkten. Verlierer sind die Betriebe, die so weitermachen wie immer, weil alles seit vielen Jahren gut läuft. Viele sind heute nicht mehr am Markt. Fazit: Jedes Unternehmen braucht eine Strategie und sollte sie regelmäßig überprüfen.

Mit der richtigen Strategie Krisen verhindern

Aus bekannten Insolvenzfällen wissen wir, dass der Beginn einer Krise meistens völlig unbemerkt bleibt, weil es sich um Veränderungen im Umfeld der Firma dreht, die man zunächst für unbedeutend hält. Also wird nicht reagiert. Doch durch Marktveränderungen wird eine alte, vielleicht gar nicht bewusst gewählte Erfolgsstrategie nach und nach falsch. Bemerkt wird dann als erstes der Verlust von Kunden und Marktanteilen, dann stellt man fest, dass kein Wachstum mehr da ist, oder der Umsatz gar zurückgeht. Wer nicht spätestens dann alles auf den Prüfstand stellt, wird erleben, dass die Situation sich weiter verschlimmert und er immer weniger Möglichkeiten und Mittel hat gegenzusteuern. Bild_Krise

Mangelnde Kapazitätsauslastung wird zum Dauerproblem, die Erträge gehen zurück, manchmal dramatisch in Form eines regelrechten Gewinneinbruchs, plötzlich ist die Liquidität knapp, Gehälter und Sozialabgaben können nur noch mit Mühe pünktlich gezahlt werden, und zum Schluss folgen Überschuldung und Insolvenz. Was kann man daraus lernen? Es gehört zu einer verantwortungsvollen Unternehmensführung, die Strategie regelmäßig zu überprüfen, auch oder gerade dann, wenn alles gut läuft.

Ansprechpartner für die Firmenstrategie:
Helmut Becker | E-Mail helmut@powerpaare.net | 0170 5629277> oder
Marianne Becker | E-Mail marianne@powerpaare.net

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