Yvonne & Christian Simon

Kategorie Powerpaare

„Wir haben nicht nur zufriedene, sondern BEGEISTERTE KUNDEN, die an unseren IDEEN IN METALL Freude haben und uns weiterempfehlen und wir arbeiten gerne im SIMONMETALL-Team, in dem wir unsere eigenen Stärken einbringen und mit den gemeinsamen Aufgaben wachsen. Unser Miteinander ist von gegenseitiger Achtung geprägt.“

So heißt es im Unternehmensleitbild, das für Yvonne und Christian Simon sowie für das gesamte Team Richtschnur des täglichen Handelns ist. In dem fast 100 Jahre alten Familienunternehmen mit aktuell 35 Mitarbeitern trat Christian Simon 2011 in die Geschäftsführung ein. 2013 erfolgte die Übertragung der Firma auf die vierte Generation, seitdem teilt sich das Führungs-Duo Yvonne und Christian Simon gleichberechtigt die Geschäftsführung.

Mehr zu dem Metallbau-Unternehmen, das zum dritten Mal in Folge zu den Top 10 Betrieben beim Innovationspreis gehört, findet Ihr unter www.simonmetall.de. Wie Yvonne und Christian zusammengefunden haben und heute ihren Alltag als PowerPaar mit Betrieb und zwei Kindern organisieren, erfahrt Ihr hier.

Wie hat alles angefangen?
Yvonne und Christian lernten sich während des Studiums zum Diplom-Wirtschaftsingenieur an der FH Schweinfurt kennen und lieben. Eine Freundin hatte Yvonne und sich selbst versehentlich in der Projektgruppe „Spielzeugmuseum Nürnberg“ angemeldet, wo Christian ebenfalls mitmachte. Dann hat es gefunkt. Wie das Leben so spielt!

Was waren oder sind Eure größten Herausforderungen?
Das war in erster Linie der Generationswechsel in der Firma und ein bisschen auch das Thema ‚Trennung von Firma und Privatleben‘, besonders weil die Simons zwei Töchter im schulpflichtigen Alter haben.

Wie habt Ihr diese Herausforderungen bewältigt?
Vor einigen Jahren übernahmen die Junioren die Geschäftsführung. Christians Eltern haben die Verantwortung übergeben. Sie sind beide nach wie vor im Unternehmen aktiv. „Es gab seitdem viele Veränderungen und der Prozess ist bis heute noch nicht abgeschlossen. Da haben alle Beteiligten immer wieder unterschiedliche Bilder und Vorstellungen im Kopf gehabt, nicht nur die Eltern und wir, sondern auch Yvonne und ich untereinander“, beschreibt Christian Simon die Ausgangslage. „Da arbeitet man dann manchmal in unterschiedliche Richtungen und das erzeugt Reibungsverluste.“ Außerdem hat so ein Generationswechsel auch eine emotionale Dimension. Das hat sich bei allen vier Beteiligten immer wieder persönlich belastend ausgewirkt. Am Anfang des Übergabeprozesses haben sie sich monatlich zu einer klärenden Gesprächsrunde mit einem externen Coach zusammengesetzt. „Es gab viele Höhen und Tiefen in Gesprächen und mit Begleitung durch diverse Coaches“, berichtet Yvonne. „Das ist heute in der Intensität nicht mehr erforderlich, aber wir sind noch nicht durch.“ Die Simons reflektieren ihre Lage kontinuierlich und glauben, dass sie ohne diesen Austausch nicht so weit gekommen wären. Yvonne und Christian haben ihren Grundkonsens gefunden. Yvonne: „Oft beziehen sich Meinungsunterschiede nur auf andere Wege zum gleichen Ziel.“

Die zweite Herausforderung beschreibt Yvonne so: „Bleibt bei all der Arbeitsbelastung genügend Zeit für die Kinder? Eigentlich habe ich immer ein schlechtes Gewissen. Das ist aber, glaube ich, eine Mütterkrankheit.“ Bei den Simons liegen Betrieb und Wohnhaus unmittelbar zusammen. Das hat Vor- und Nachteile, die Kinder schätzen es aber auf jeden Fall sehr. Sie wissen, dass immer jemand da ist und lieben es, die Eltern schon mal im Büro zu besuchen, wenn sie aus der Schule kommen. Yvonne: „Manchmal stelle ich mir vor, wie es wäre, nur Mama zu sein. Das ist natürlich eher ein Traum und passt nicht in die Wirklichkeit. Im Moment ist meine Lösung, mich immer 100-prozentig in die Situation einzubringen, in der ich mich gerade befinde. Also nicht nur körperlich anwesend zu sein und mit dem Kopf ganz woanders. Wenn ich mit den Kindern zusammen bin, versuche ich, nicht an die Firmenthemen zu denken.“ Nun organisiert Yvonne das Leben der Kinder zwar federführend, Christian kümmert sich aber ebenfalls intensiv und außerdem können die Simons sich auf die Hilfe der Großeltern verlassen. So lässt sich auch diese Herausforderung bewältigen.

Was waren Eure größten Erfolge?
Yvonne und Christian sind stolz auf ihre Erfolge, wir meinen zu Recht! So wurden Sie mit zahlreichen Preisen und Auszeichnungen geehrt, zum Beispiel mit dem Ausbildungs-Ass in Gold, dem Innovationspreis im Handwerk, dem Preis ‚Fügen im Handwerk‘ sowie einer Auszeichnung bei ‚Gesunde Betriebe Nordhessen‘ und für weitere Auszeichnungen nominiert. Die beiden sind gut vernetzt zum Beispiel durch Christians Mitarbeit im Bundesverband Metall, ihr Mitwirken im Wertearbeitskreis der IHK und in der Metallinnung. Yvonne ist bei den Unternehmerfrauen im Handwerk (UFH) aktiv, war im Landesvorstand tätig und wurde als Unternehmerfrau 2014 ausgezeichnet.

Was ist aus Eurer Sicht ausschlaggebend für ein glückliches und erfolgreiches Leben als Unternehmerpaar?
Da sehen die Simons drei Dinge: Zunächst, immer wieder aufeinander zuzugehen und über alles zu sprechen, was einem auf der Seele liegt. Dann ist es für sie wichtig, sich Auszeiten zu gönnen, für jeden allein, aber auch als Paar. Und drittens empfehlen sie Supervisionen, also von Externen moderierte Gespräche über wichtige Themen im Unternehmerleben. „Das kann ich nicht mit einer Freundin besprechen, die selbst keinen Betrieb führt“, meint Yvonne, „die könnte das nicht nachvollziehen. Aber auch so ist es nicht einfach, einen geeigneten Gesprächspartner für die Supervisionen zu finden.“ Christian ergänzt: „Man braucht jemanden, der einen versteht und der das zurückspiegelt, was man selbst erst einmal nicht sieht. Das bringt einen dann weiter.“

Wie geht es Euch gerade jetzt?
Als unser Gespräch stattfand, waren Yvonne und Christian gerade aus dem Urlaub zurück. „Wir brauchen jetzt erst einmal ein paar Tage, um wieder richtig anzukommen“, meinte Christian. Der Alltag wird sie bald wieder eingeholt haben und dann gilt das, was Yvonne zum Schluss sagte: „Es gibt Phasen, in denen hat man scheinbar alles im Griff. Und dann sind da wieder Phasen, in denen man das Gefühl hat, man hat gar nichts im Griff.“ Wer ehrlich ist, weiß, dass es überall solche Phasen gibt. Wichtig ist nur, dass man unter dem Strich sagen kann, dass der Kurs stimmt. Und das ist bei den Simons 100-prozentig der Fall.

SIMONMETALL GmbH & Co. KG
Mühlwiesenstraße 4
36142 Tann (Rhön)-Günthers
www.simonmetall.de

Gespräch geführt im April 2017

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