Christina & Dr. Lutz Förster

Christina & Dr. Lutz Förster

Christina und Dr. Lutz Förster führen in Brühl eine auf Erbrecht und Stiftungsrecht spezialisierte Anwaltskanzlei www.erbrecht-stiftungsrecht.de mit einem kleinen motivierten Team. Sie haben die Kanzlei 1996 in Trier gegründet und 2005 nach Brühl verlegt. Dr. Lutz Förster ist einer der führenden Experten auf seinem Gebiet (Focus). Sein Fachbuch AnwaltSkript Erbrecht ist seit fünfzehn Jahren auf dem Markt und liegt nunmehr in 4. Auflage vor. Als Dozent und Autor zu seinen Spezialthemen ist er bundesweit geschätzt und wird häufig als erfahrener Fachmann zu Vorträgen und Interviews eingeladen. Christina Förster ist die Kanzleimanagerin und sichert die administrative, personelle und wirtschaftliche Entwicklung der Kanzlei. So kümmert sie sich um alle Belange, die nicht unmittelbar mir der Juristerei zu tun haben.  

Wie hat alles angefangen?
Die Kanzleigründung fand in Trier statt, obwohl die Beiden aus dem Rheinland stammen. „Wir wollten wirtschaftlich erfolgreich sein in einer Stadt, wo uns niemand kennt“, sagt Christina, „wir fühlten uns von unseren Herkunftsfamilien eingeengt, ein bisschen ‚goldener Käfig‘, aber mehr Käfig als golden.“ Auch die Ehe fand nicht die ungeteilte Zustimmung der Elternpaare. Zu der Zeit war sie als gelernte Industriekauffrau auf selbstständiger Basis in einem Architekturbüro tätig, Lutz hatte nach seiner Ausbildung und Tätigkeit als Notarfachangestellter das Jurastudium und Referendariat abgeschlossen und so entschieden sie, für eine gewisse Zeit möglichst weit wegzugehen. Zunächst schauten sie sich in Thüringen um, landeten dann aber in Trier. Von zu Hause wurde ihnen prophezeit, sie würden spätestens nach einem Jahr zurück sein, pleite und geschieden. Doch sie blieben bei ihrer Entscheidung. In Trier fanden sie ein Haus, in dem sie Wohnung und Kanzlei unterbrachten. „Am Anfang hatte die Kanzlei 25 qm und die Wohnung 110 qm, am Schluss war es umgekehrt und insgesamt viel zu klein“, berichtet Lutz. Entscheidend für den Erfolg war die konsequente Spezialisierung auf Erbrecht und Stiftungsrecht. Sie hatten sich geschworen, erst dann ins Rheinland zurückzugehen, wenn sie überregional bekannt wären. Deshalb hielt Lutz Vorträge und veröffentlichte Fachartikel. „1997 habe ich bei einer Veranstaltung des Deutschen Anwaltsvereins vor 400 Junganwälten über Erbrecht und Stiftungsrecht gesprochen, ein paar Wochen später kam vom Deutschen AnwaltVerlag das Angebot, ein AnwaltSkript zum Erbrecht zu schreiben, herausfordernd, aber auch eine Chance, die ich mir nicht entgehen lassen wollte.“ Das war der Durchbruch, die Kanzlei wuchs, die Mandantenstruktur war überregional geworden und so ging es 2005 zurück ins Rheinland, nach Brühl.

Was waren oder sind Eure größten Herausforderungen?
Die erste Herausforderung war eine Rufmordkampagne. Von 2005 bis 2008 hatte sich Lutz als geschäftsführender Vorstand in einem Anwaltsverband engagiert. Diese Tätigkeit endete auf sehr unangenehme Weise, weil der damalige Präsident der Vereinigung Lutz persönlich bei regionalen Politikern und Bankvorständen diffamierte, um ihm wirtschaftlich zu schaden. An der zweiten Herausforderung arbeiten die Försters nach wie vor, denn es geht darum, den Einfluss der Kanzlei auf das Privatleben in Grenzen zu halten. Die dritte Herausforderung sehen beide in der Digitalisierung, denn „die digitale Anwaltskanzlei kommt mit Riesenschritten auf uns zu.“

Wie habt Ihr diese Herausforderungen bewältigt?
Durch die üble Nachrede 2008 entstand eine äußerst kritische Situation, die einige Monate anhielt und viele Nerven kostete. Die Schmutzkampagne ging zum Schluss nach hinten los, weil die entscheidenden Gesprächspartner die Sache durchschauten und Lutz die Treue hielten. „Unsere Philosophie ist es, Frieden zu schaffen und nicht Konflikte zu eskalieren. Deswegen haben wir die Angelegenheit 2009 außergerichtlich beendet.“ Seit 2010 engagiert er sich im Bundesverband für Wirtschaftsförderung und Außenwirtschaft, wo er seit 2017 Vizepräsident ist.

Die zweite Herausforderung kennen alle Unternehmerpaare. So versuchen auch Christina und Lutz, Berufs- und Privatleben so gut es geht zu trennen, was oft nicht einfach ist, weil Wohnung und Kanzlei auch in Brühl nahe beieinander liegen. Sie haben es geschafft, die „Überstunden“ zu reduzieren, indem sie eine Mittagspause einhalten, in der gemeinsam gegessen und nicht über Geschäftliches gesprochen wird.  Außerdem singen sie beide in einem Chor, an dessen Proben sie am Freitagabend nach dem Abendessen regelmäßig teilnehmen. Schließlich gönnen sie sich immer wieder kleine Auszeiten. „Wir waren noch nie so oft in der Eifel wie dieses Jahr“, berichtet Christina. Schließlich haben sich wöchentliche Besprechungen in der Kanzlei bewährt, die dafür sorgen, dass betriebliche Themen nicht mit nach Hause genommen werden.

Bei der Digitalisierung stehen Lutz und Christina, wie andere Kanzleien auch, noch am Anfang. Zwar arbeiten sie schon länger mit einem Spracherkennungssystem, aber die Entwicklung zum elektronischen Rechtverkehr geht weiter. „Wir implementieren gerade eine neue Kanzleisoftware, die auch eine Schnittstelle zum elektronischen Anwaltspostfach hat, das ab Januar obligatorisch ist“, erzählt Christina. Das Thema wird die beiden noch länger beschäftigen.

Was waren Eure größten Erfolge?
Da nennen die Zwei zunächst das Erscheinen des ersten Buches und dann die Aufnahme in die Focus-Liste der besten Anwälte für Erbrecht nach vier Jahren Selbstständigkeit im Jahr 2000 und 2003. Lutz: „Da findet man sich dann plötzlich in der Liste mit 100 Anwälten aus Großkanzleien.“ Als drittes bleibt ihnen der Umzug bei laufendem Kanzleibetrieb von Trier nach Brühl im Gedächtnis und als letztes die Tatsache, dass sie im Mai 2016 ihr 20-jähriges Kanzleijubiläum feiern konnten. „Aber der größte Erfolg ist eigentlich, dass wir entgegen den Prophezeiungen unserer Familien nach 21 Jahren Kanzlei immer noch verheiratet und glücklich zusammen sind“, meint Christina.

Was ist aus Eurer Sicht ausschlaggebend für ein glückliches & erfolgreiches Leben als Unternehmer-Paar?
„Zunächst immer offen über alles zu sprechen, was einen bewegt“, ist für Lutz wesentlich. Die Trennung von Geschäft und Privatleben wird als zweites genannt, dann die Auszeiten, sowohl gemeinsame Hobbys und Urlaube, als auch ‚Alleinzeiten‘, zum Beispiel, wenn Lutz Fahrradtouren unternimmt oder seine Verbandsarbeit in Berlin mit Kulturellem verbindet oder wenn Christina zum Yoga geht oder mal ein paar Tage nach Holland ans Meer fährt. Beide versuchen, positiv zu denken und halten mit ihrer christlichen Grundeinstellung Kanzlei und Beziehung auf Kurs.

Wie geht es Euch gerade jetzt?
Im Moment sind Christina und Lutz ein bisschen müde, es gab viele Veränderungen dieses Jahr. Die Kanzlei ist in einer Wachstumsphase und nimmt beide sehr in Anspruch. Heute Abend ist Chorprobe und mit anderthalb Stunden singen wollen sie den Kopf frei bekommen. Und dann geht es in den kurzen Herbsturlaub, Kraft tanken für das Schlussquartal. Der nächste größere Urlaub im nächsten Jahr ist auch schon geplant: mit dem Wohnmobil durch Kanada. Die Vorfreude ist groß.

Rechtsanwaltskanzlei Dr. Lutz Förster
Kanzlei für Erbrecht und Stiftungsrecht
Pulheimer Straße 19
50321 Brühl
Telefon 02232 210511
Fax 02232 210570
foerster@erbrecht-stiftungsrecht.de
www.erbrecht-stiftungsrecht.de

Gespräch geführt im Oktober 2017

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.