Arbeitsteilung: Wer macht was?

Arbeitsteilung: Wer macht was?

Manche Leute haben früher gedacht, Marianne sei die Sekretärin von Helmut. In Wirklichkeit war sie von Anfang an für die Preisgestaltung, unsere Angebote, den Einkauf, die Auftragsbearbeitung und die Betriebsorganisation verantwortlich. Natürlich wussten das unsere Mitarbeiter und auch ihre persönlichen Ansprechpartner auf Kundenseite. Aber neue Mitarbeiter und selbst Kunden waren sich manchmal nicht darüber klar, wer von uns beiden eigentlich genau für was zuständig war. Die fragten dann beispielsweise Helmut nach unseren Preisen, der dann immer sagte: „Da müssen Sie meine Frau fragen.“ Erst nachdem wir unsere Arbeitsteilung öffentlich bekannt gemacht hatten, herrschte auf allen Seiten Klarheit. Das zeigt erst einmal, wie wichtig es ist, eine beschlossene Arbeitsteilung zu kommunizieren. Aber vorher muss man sich darüber einig werden.

Verantwortlichkeiten einvernehmlich klar festlegen

Es klappt natürlich immer irgendwie, aber besser ist es, ausdrücklich festzulegen, wer von Euch beiden für was verantwortlich ist. Und damit sind jetzt nicht nur die Aufgaben in der Firma gemeint, sondern auch die Arbeitsteilung zu Hause. In unserer Beratung fragen wir immer, ob es eine klare Absprache über Verantwortungsbereiche in Firma und Privatleben gibt und ob sich jeder darauf verlassen kann. Die Antwort eines Handwerksmeisters war einmal: „Ja, meine Frau kann sich fest darauf verlassen, dass ich im Haushalt nichts mache.“ Das war in dem Fall kein Problem, der Partner übernahm andere Aufgaben im Privatleben und beide waren glücklich damit. Aber klar ist, dass eine solche Regelung einvernehmlich sein sollte.

In der Firma stellt sich häufig heraus, dass es zwar gewisse Gewohnheiten gibt, aber gerade die Aufgaben der Unternehmerfrau oft sehr schwammig definiert sind. Oft heißt es dann auf Nachfrage: „Ich bin hier Mädchen für alles!“ Was so harmlos klingt, erweist sich bei näherem Hinsehen dann als Allroundgenie für Verwaltung und Rechnungswesen, Kundenkontakt und Beschwerden, Personal und Eventmanagement. Das kann alles so sinnvoll sein, sollte aber ebenfalls ausdrücklich festgelegt werden. Zu jedem Aufgabenbereich gehören bestimmte Tätigkeiten und Vollmachten. Jeder braucht seinen „Sandkasten“ und muss sicher sein, was er oder sie allein entscheiden darf und in welchen Fällen die Zustimmung des Partners erforderlich ist. Das regelt sich über eine Stellenbeschreibung. Darüber haben wir schon einmal geschrieben. In der Praxis gibt es sie schon relativ häufig für die Mitarbeiter, doch ganz selten für die Chefs. Das ist aber sinnvoll, damit Unsicherheiten, Verzögerungen und Fehler vermieden werden. Wer möchte, kann sich das Muster einer Stellenbeschreibung hier downloaden.

Aufgaben anschauen und bei Bedarf neu verteilen

Der geschäftlichen und privaten Arbeitsteilung könnt Ihr ganz einfach auf den Grund gehen. Wir haben dafür folgendes Schema entwickelt:

Wenn jeder von Euch seine Aufgaben auf diese Weise sichtbar macht und einordnet, wird klar, wo die individuellen Fähigkeiten, Vorlieben und Abneigungen liegen. Die solltet Ihr nach Möglichkeit berücksichtigen und Aufgaben bei Bedarf umverteilen. Unproblematisch sind alle Aufgaben, die jemand gut und gern erledigt. Aufgaben, die man weder gern noch gut macht, sollten nach Möglichkeit delegiert werden. Dinge, die man gern macht, aber (noch) nicht gut, sind ein persönliches Weiterbildungsthema. Leider sind die Aufgaben, die man gut macht aber nicht gern, in der Praxis oft zahlreich. Sie bleiben zum Schluss an einem hängen, weil man sie besser kann als der Partner. Mit solchen Arbeiten kann man vielleicht dann ein positives Gefühl verbinden, wenn man sich anschließend dafür eine kleine Belohnung genehmigt. Unser Schema könnt Ihr hier downloaden. 

Keine Angst vor neuer Verantwortung

Eine neue Arbeitsteilung zwischen Euch stellt manchmal eine Herausforderung dar. Wird festgelegt, dass die Frau, die sich schon immer um die Lohnabrechnung gekümmert hat, nun ab sofort komplett für Personal zuständig sein soll, kann es sein, dass sie das Thema anfangs noch nicht 100%ig beherrscht. Sie sollte dennoch nicht vor der Aufgabe zurückschrecken, sondern ihren Weiterbildungsbedarf erkennen und die Lücken schließen. Umgekehrt haben wir auch schon erlebt, dass der Mann Angst bekam, dass er in Zukunft nicht mehr über alles informiert sein könnte. Auch das lässt sich regeln, eben über Stellenbeschreibungen und über wöchentliche Geschäftsführungsmeetings.

Unser Fazit zum Thema Arbeitsteilung

  1. Die Aufgabenteilung muss von Euch beiden als fair und gerecht empfunden werden.
  2. Individuelle Fähigkeiten, Vorlieben und Abneigungen solltet Ihr berücksichtigen.
  3. Alle Betroffenen müssen über Eure Arbeitsteilung informiert werden.

 

 

 

 

 

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