Heidi & Christian Schwarz

Heidi & Christian Schwarz

Der Malerbetrieb Schwarz in Arnstorf (www.schwarz-malerbetrieb.de) besteht seit 1970. Christian und Heidi Schwarz haben den Betrieb 2008 von den Eltern übernommen und seitdem zu einem der führenden regionalen Dienstleister im Bereich Malerei-, Werbe- und Lacktechnik aufgebaut. Der Neubau in Arnstorf, der einen Malerbetrieb, ein Fachgeschäft für Malereibedarf, eine Abteilung für Werbetechnik und eine industrielle Lackiereranlage mit Pulverbeschichtungsverfahren beinhaltet, zeugt von der dynamischen Entwicklung der Schwarz GmbH.

Wie hat alles angefangen?
Die Eltern von Christian haben den Betrieb 1970 gegründet, gestartet sind sie in ihrer Garage. Das Unternehmen wuchs schnell, man zog um und startete 1986 zusätzlich zum Handwerksbetrieb einen Farbenfachhandel. Christian begann 1990 eine Ausbildung zum Malergesellen in der Benediktinerabtei Schweiklberg, die er 1993 als Innungsbester abschloss. Anschließend sammelte er praktische Erfahrung im elterlichen Betrieb und ging drei Jahre später nach München, wo er 1998 die Prüfung zum Malermeister und zum staatlich geprüften Farb- und Lacktechniker mit Auszeichnung ablegte. Zurück im elterlichen Betrieb übernahm er Aufgaben in der Geschäftsführung.

Heidi wollte eigentlich Hotelkauffrau werden und nachdem die Eltern ihr das ausgeredet hatten, setzte sie anschließend ihren Kopf durch und machte gegen deren Rat ab 1992 eine Ausbildung zur Friseurin. „Das war aber schrecklich!“, meint sie heute. Sie hat dann im elterlichen Fuhrunternehmen von ihrer Mutter sämtliche kaufmännischen Arbeiten erlernt, die man in Kleinbetrieben braucht, und dort zehn Jahre mitgearbeitet. Später machte sie eine Weiterbildung zur zertifizierten Betriebswirtin.

In Kontakt kamen die beiden nachdem Christian die Heidi 2002 bei der Faschingsparade gesehen hatte. „Ich war viel zu schüchtern, sie direkt anzusprechen, also habe ich einen Brief geschrieben, allerdings ohne Absender, nur mit meiner Unterschrift.“ Heidi war sich nun nicht sicher, ob Christian der Briefeschreiber war oder doch nicht, weil er auch bei späteren Begegnungen den Brief nicht erwähnte. „Sagt der jetzt mal was?“ dachte sie jedes Mal. So schlichen sie ein halbes Jahr umeinander herum bis beide elterlichen Betriebe auf einer Gewerbeausstellung vertreten waren: Dort sind die zwei sich nähergekommen und danach ging alles ganz schnell. Christian: „Mein Vater war beruhigt, der hatte schon Angst gehabt, dass ich übrigbleibe.“ Die beiden heirateten 2003, im Jahr drauf trat Heidi in den Malerbetrieb ein, ein Haus wurde gebaut und die Kinder kamen 2004 und 2007.

Was waren Eure größten Herausforderungen?

Die größte Herausforderung stellte sich in den Jahren 2008 bis 2010. Die beiden hatten gemeinsam mit Christians Eltern entschieden, Werkstatt und Büro, die bislang an getrennten Standorten waren, auf einem neuen Betriebsgelände zusammenzulegen. Also kauften sie ein Grundstück. Doch als es schließlich losgehen sollte, verunglückte Christians Vater bei einem Verkehrsunfall tödlich. Die Mutter zog sich weitgehend aus dem Betrieb zurück. „Dann waren wir allein mit der ganzen Planung, dem Bau, mit dem neuen Projekt Pulverbeschichtung, dem laufenden Betrieb und mit zwei kleinen Kindern“, erzählt Heidi heute. Christian: „Wir wollten das Pulvergeschäft eigentlich ganz langsam wachsen lassen, innerhalb von fünf Jahren auf fünf Mitarbeiter. Aber dann explodierte das förmlich. Wir hatten viele Aufträge, zu wenig Personal und damals auch noch Wissenslücken in der Verfahrenstechnik. Da gab es viele schlaflose Nächte.“ Die zweite Herausforderung war familiärer Natur und sie ist auch heute noch nicht komplett bewältigt. Es war vorgesehen, dass Christians Bruder im Betrieb den Bereich Pulverbeschichtung übernimmt. Das hatte aber nicht funktioniert, und er ist schließlich aus der Firma ausgeschieden. „Wir sind erst gut auseinander gekommen, aber dann hat sich das Verhältnis immer weiter verschlechtert“, erzählt Christian. „So etwas wäre schon unter Freunden schlimm, unter Geschwistern war es jahrelang eine große emotionale Belastung.

Wie habt Ihr diese Herausforderungen bewältigt?

Der Neubau gelang mit tatkräftiger Hilfe, insbesondere von Heidis Familie, zum erheblichen Teil in Eigenleistung. Eine Pulveranlage erwarben die beiden aus einer Insolvenz und ließen sie in die neue Halle einbauen. Heidi hat in dieser Zeit Christian familiär komplett den Rücken freigehalten. „Ich bin halt allein zum Kindergarten, Kinderarzt und zum Elternsprechtag gegangen. Das war für mich ganz selbstverständlich.“ Christian: „Heidi kam eben aus einer Unternehmerfamilie. Die wusste, wie das in bestimmten Situationen läuft. In ihrem elterlichen Betrieb wurde auch schon mal bis 10 Uhr abends an einem Lkw geschraubt, damit der morgens wieder fahren konnte.“ Ansonsten glauben die beiden, dass Ausdauer und eine gute Partnerschaft entscheidend sind. „Wir konnten uns immer aufeinander verlassen und wir hatten nie Zweifel, dass es zum Schluss klappen würde“, sagt Heidi heute. Und familiärer Rückhalt war wichtig, der gerade von Heidis Familie immer gegeben wurde. Auch das Verhältnis zu Christians Bruder wird wieder besser. Das ist beiden wichtig.

Was waren Eure größten Erfolge?
Auf der Firmenwebsite kann der Besucher zahlreiche Qualitätszertifikate und Preise bewundern, zum Beispiel den Dr. Murjahn Förderpreis (2015) oder die Auszeichnung „Maler des Jahres“ in den Jahren 2012 und 2019. „Das ist nach außen toll, aber wir prahlen nicht damit“, sagt Christian. „Die entscheidenden Erfolge sind, dass wir uns immer noch lieben und dass die Firma gut aufgestellt ist“, meint Heidi. Sie sind stolz auf ihr Team und auf den Zusammenhalt im Betrieb, auf die Strukturen, die für reibungslose Abläufe sorgen und die es ihnen auch ermöglichen, sorgenfrei in Urlaub zu gehen. Christian: „Wenn man sich das überlegt: Vor 15 Jahren waren wir ein kleiner Malerbetrieb mit acht Mitarbeitern, den kaum jemand kannte. Heute sind wir bekannt geworden, beschäftigen 30 Leute, sind in der Branche gut vernetzt und bekommen viel positives Echo auf unsere Arbeit. Das ist schon ein Erfolg.“ Sie bleiben aber mit beiden Füßen auf dem Boden. Heidi: „Manche Freunde haben schon gefragt, ob sie jetzt wieder ‚Sie‘ sagen müssten. Das war uns unangenehm. Wir wissen, wo wir herkommen.“

Was ist aus Eurer Sicht ausschlaggebend für ein glückliches & erfolgreiches Leben als Unternehmerpaar?
Gegenseitiger Respekt ist für Heidi ausschlaggebend. Familie und Firma im Gleichgewicht halten, sagt Christian, Zeit für die Kinder haben. Gemeinsame Erlebnisse sind Heidi wichtig, sich mal ein verlängertes Wochenende gönnen und natürlich Urlaube. „Entscheidend ist, dass man immer reden kann“, meint Christian, „und dass man eine Partnerin wie Heidi hat. Die nach dem Eintritt in die Firma nicht glaubt, einen Status erworben zu haben, sondern die sich die Anerkennung von Mitarbeitern und Kunden durch Leistung erarbeitet.“

Wie geht es Euch gerade jetzt?

„Es war schön, mal wieder über die vergangenen Jahre zu sprechen“, sagt Heidi. „Es geht uns gut, wir sind gesund, hatten gerade 14 Tage Urlaub und freuen uns auf das neue Jahr“, ergänzt Christian. Man spürt Optimismus und Tatendrang in Arnstorf.

Gespräch geführt im Januar 2019

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