Petra und Hansi Pankel

Petra und Hansi Pankel

Das Unternehmen PANKEL (https://www.pankel.com) hat sich seit seiner Gründung vor 54 Jahren zu einem der größten Kfz-Volldienstleister im Elbe-Weser-Dreieck entwickelt. Geschäftsführer Hans-Joachim (genannt Hansi) Pankel führt das Unternehmen gemeinsam mit seiner Frau Petra. Die Firma beschreibt ihr Angebot mit drei Schwerpunkten: Unfallzentrum, Reparaturzentrum und Lackierzentrum. Das Ganze unterdessen an sechs Standorten mit fast 80 Mitarbeitern/innen verschiedener Fachgebiete. Hier werden pro Jahr über 5.000 Fahrzeuge sämtlicher Marken wieder auf Vordermann gebracht.

Wie hat alles angefangen?

Hansi’s Vater hat die Firma 1965 als Autolackiererei gegründet. Ende der 70er Jahre kam der Bereich Lkw-Lackierung dazu. Nach seiner Lehrzeit trat Hansi 1987 als Geselle in den elterlichen Betrieb ein, 1991 macht er seinen Meister, um 1997 die Firma zu übernehmen. Dann setze eine rasante Expansion ein. Neben dem Stammsitz Harsewinkel kamen die Standorte Stade, Bremervörde, Zeven und Buxtehude dazu. Hansi achtete von Anfang an auf Qualität und klare Prozesse und ließ das Unternehmen ab 1998 regelmäßig nach der ISO-Norm 9001 zertifizieren. Die Firma ist ADAC-Schadenpartner und wurde 2016 als ‚Werkstatt des Vertrauens‘ ausgezeichnet.

Petra wurde in einem Unternehmerhaushalt groß und machte zunächst eine Ausbildung zur Bankkauffrau. Sie entwickelte sich dann auf einigen Stationen zur Verkaufsleiterin und bildete sich zur Business-Trainerin weiter. Zuletzt war sie für den europaweiten Vertrieb einer Schweizer Kosmetikfirma verantwortlich.

Petra und Hansi lernten sich 2014 über die Singlebörse Parship kennen. Beide hatten ihre Vorgeschichte. Hansi war in erster Ehe verwitwet und hatte aus seiner zweiten Ehe drei kleine Kinder, die bei seiner geschiedenen Frau lebten. Petra war alleinerziehende Mutter von drei schon etwas älteren Kindern. Ihr Profil ‚Mutter und Karrierefrau‘ hat Hansi angesprochen. Auf seine Nachricht „Muss ja ganz schön hart sein, allein mit drei Kindern“, antwortete sie allerdings sechs Wochen lang nicht. „Eigentlich wollte ich aus Parship raus und hatte zu der Zeit alle anderen Kontakte abgesagt.“ Hansi hat sie dann doch geantwortet und so kamen die beiden über das Internet zunächst in Kontakt und schließlich auch zusammen. Petra war zu der damaligen Zeit viel unterwegs. Sie bereiste als Trainerin vom Standort Berlin drei verschiedene Länder und war selten zu Hause bis Hansi ihr 2016 vorschlug, in die Firma Pankel einzutreten. „Wir haben gesehen, dass ich einige Dinge mitbringen konnte, die der Firma bisher gefehlt hatten.“ So gingen sie das Wagnis ein, neben dem Privatleben auch das Berufsleben zu teilen.  Ein Jahr später wurde geheiratet.

Was waren Eure größten Herausforderungen?

Die erste Herausforderung war der Konflikt mit Hansi’s geschiedener Frau. „Das ging über Jahre und hat die Hälfte unseres Privatlebens belastet“, sagt Petra heute. „Ich war verletzt und wollte dann oft mit meinem Dickkopf durch die Wand“, beschreibt Hansi die damalige Situation. „Und ich wollte auf jeden Fall die Kinder auch weiterhin regelmäßig holen und für sie da sein.“ Petra hat in der Zeit vor allem darauf geachtet, dass Hansi’s Kinder bei ihren Besuchen glücklich waren und sich ansonsten rausgehalten.

Die zweite Herausforderung ist nach wie vor Hansi’s Neigung zu gereizten Reaktionen. „Da ärgere ich mich über irgendwelche Sachen oder andere Leute, und Petra kriegt das dann ab, weil sie ihr Büro gleich neben meinem hat. Ich entschuldige mich dann zwar dafür, aber das ist nicht gut.“

Wie habt Ihr diese Herausforderungen bewältigt?

Mit der Exfrau von Hansi gibt es nun eine feste Vereinbarung und insofern ist der Konflikt erst einmal erledigt. Hansi: „Das ging zum Schluss über das Gericht, das würde ich nie wieder machen. Sturheit bringt da nichts. Da sitzt dann ein Richter und der erklärt dir dann, was Sache ist.“ Er holt die Kinder nun alle 14 Tage für ein Wochenende und alles ist gut. Die zweite Herausforderung, Hansi’s Gereiztheit, existiert nach wie vor, aber Petra sagt: „(Der Hansi hört jetzt mal weg) Dieser Mann ist für mich so liebenswert und besonders. Da kriegen wir das Thema auch noch in den Griff.“ Hansi gibt zurück: „Die Petra hat alles, was ich mir gewünscht habe. Ich gehe nur manchmal etwas leichtfertig damit um.“ Unser Fazit: Mit der Liebe geht alles leichter. In der gemeinsamen Arbeit sind beide glücklich. Die Belastungen empfinden sie als positiven Stress. Sie ergänzen sich und sehen ihre Erfolge. „Die Niederlassungen sind unsere Babys. Wir können keine gemeinsamen Kinder mehr haben und sind ja auch mit unseren sechs schon reichlich gesegnet. So freuen wir uns über die geschäftlichen Babys“, erklärt Petra. Sie haben beide genug Schwung, um mit Anfang 50 noch einmal richtig Gas zu geben, in einem Alter, wo manch andere schon daran denken, die Ernte einzufahren.

Was waren Eure größten Erfolge?

Privat sehen sie ihre größten Erfolge darin, dass sie zusammen gefunden haben, mit den Kindern gut auskommen und die Kinder mit der neuen Situation klarkommen. „Wenn Petras Kinder mich nicht akzeptiert hätten, wäre es schwierig geworden“, sagt Hansi. „Wir haben keine Sorgen mit den Kindern und sind stolz auf alle sechs. Und die Kleinen hängen an ihren großen Stiefgeschwistern“, ergänzt Petra. Geschäftlich sind die Erfolge ja sofort sichtbar. Nicht zuletzt auch durch die Personalarbeit von Petra, die nach innen und außen wirkt: „Wir haben Bewerbungen ohne Ende. Das ist nicht selbstverständlich in der Branche“, meint Hansi. Die Belegschaft ist in den letzten Jahren von 40 auf fast 80 Leute angewachsen.

Was ist aus Eurer Sicht ausschlaggebend für ein glückliches & erfolgreiches Leben als Unternehmerpaar?

„Fairness, gegenseitiger Respekt“, meint Petra, „und Vertrauen in der Firma und im Privatleben.“ Spaß bei der Arbeit ist Hansi wichtig und beiden eine strikte und klare Aufgabenteilung. „Das hat sich gut eingespielt. Wir verweisen immer an den von uns beiden, der zuständig ist“, sagt Hansi. Sich nicht ausspielen zu lassen, sich gegenseitig nicht alles übelnehmen und nicht nachtragend zu sein, ist ihnen wichtig. „Wir nehmen uns manchmal einfach spontan in den Arm. Das gibt Kraft!“ erzählt Petra.

Wie geht es Euch gerade jetzt?

Beide freuen sich auf ein total freies Wochenende. Das haben sie nicht so oft. Einfach mal ein bisschen erholen von dem großen Pensum der letzten Wochen. Sie haben nämlich gerade noch eine weitere Filiale eröffnet, direkt an der Autobahn. „Das war immer Hansi’s Traum.“ Und zu sehen, wieviel Spaß er daran hat, macht Petra glücklich.

Gespräch geführt im Januar 2019


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