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Das Erbe wachhalten, Zukunft gestalten – die Glocke der Wegekapelle in Waldeck

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Die vom Rotary-Club hier in meiner Heimat Waldeck gestiftete und von dem Architekten Peter Brückner entworfene neue Wegekapelle ist für mich und meine Familie etwas Besonderes.

Sie liegt wunderschön in den Waldnaabauen, ein weiteres Schmuckstück in unserer Region.

Besonders wird sie für mich aber durch die Glocke, die in Zukunft dort erklingen wird. Und ich möchte Ihnen gerne von dieser Glocke erzählen und warum mich ihr Klang gleichzeitig traurig und zuversichtlich stimmt.

Die Glocke auf dem Schlossberg

Die Geschichte der Glocke in der Wegekapelle beginnt für mich einige Jahr zuvor – mit einer anderen Glocke …

„Der Gedanke an die Kapelle und die Glocke auf dem Schlossberg lässt mich nicht mehr los. Was hat der Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins mir von wenigen Tagen dort oben gesagt? Ein Wunder bräuchte es, damit von dort wieder eine Glocke bis in den Ort zu hören wäre.“ – so lauten einige Zeilen aus meinem Buch. Und das Wunder fand tatsächlich statt. Auf dem Schlossberg von Waldeck, wo eine der ältesten Burgruinen der Pfalz beeindruckt, war mit viel Engagement die St. Ägidius-Kapelle revitalisiert worden. Für mich ein beeindruckendes Beispiel, wie wir Zukunft gestalten, in dem wir uns unseres Erbes annehmen.

Für die Kapelle wurde von der Glockengießerei der Abtei Maria Laach vom Glockengießer Bruder Michael vor Ort in Waldeck eine neue Glocke gegossen. Und an einem schönen Augusttag wurde die Glocke von Weihbischof Reinhard Pappenberger geweiht und sie erklang zum ersten Mal.

Leider wurde Bruder Michael dann krank. Die  Glockengießerei von Maria Laach, die über 1.000 Glocken gegossen hatte, musste Ende 2015 schließen. Aber über dieses Ende hinaus wirkt die Gusskunst der Abtei weiter, es beginnt die Geschichte der Glocke der Wegekapelle …

Eine Glocke für meinen Vater und meinen Onkel

Für meinen Vater und meinen Onkel konnte ich aus dem Erbe der Glockengießerei Maria Laach zwei wunderschöne Glocken sichern. 

Diese Glocken waren ein ganz besonderes Geschenk zu Weihnachten und die Glocken erklangen dann auf dem landwirtschaftlichen Betrieb meiner Eltern.

Dann traf Corona meine Familie mit voller Wucht. Innerhalb von nur vier Tagen verstarben mein Vater und mein Onkel. Und jedes Mal, wenn nur eine der Glocken erklang, schwang für mich die Erinnerung an meinen Vater und seinen Bruder mit.

Dann kam in meiner Familie der Gedanke auf, diese Erinnerung auf eine Weise wachzuhalten, die anderen Menschen in unserer Heimat Freude macht. Wir beschlossen, der neuen Wegekapelle von Waldeck eine Glocke zu spenden.

Das Erbe wachhalten, Zukunft gestalten 

Mein Vater und mein Onkel waren, wie meine ganze Familie, sehr der Heimat verbunden. In der Nähe der neuen Wegekapelle hatten beide auf den dortigen Wiesen in der Landwirtschaft gewirkt.

Dass der Klang dieser Glocke von dem schlanken Holzturm der Kapelle, für den 325 neun Meter lange Fichtenbalken verbaut waren, durch den Wald, über die Wiesen, bis in den Ort hinein schallt, würde ihnen gefallen haben.

Kommen Sie doch einmal vorbei, rasten Sie an der Himmelsleiter, hören Sie den Klang der Glocken aus der Glockengießerei Maria Laach, der Glocke der Kapelle auf dem Schlossberg und der Glocke, die mich immer an meinen Vater erinnert.

Ein Klang, der mich traurig stimmt, mir aber auch Kraft gibt. Vielleicht haben Sie in Ihrem Leben auch so etwas. Viele Powerpaare, die ich kennenlernen durfte, kennen dies: Eine Stärke, die sich aus dem Erbe speist, das wir bewahren, und gleichzeitig die Zuversicht, die Zukunft selbst gestalten zu können. Was in Ihrem Leben lässt sie etwas Ähnliches empfinden?

Ihr Leonard Zintl

 

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